Pengutronix Techweek 2019

Chris Fiege, Marie Mann | | Event

Morgenstimmung über der Technologiewoche

An einem weit entfernten Ort, fernab vom Tagesgeschäft, haben sich die Mitarbeiter von Pengutronix zur jährlichen Technologiewoche getroffen.

Die Technologiewoche ist eine Woche, in der wir, unterbrochen von vielen leckeren Mahlzeiten, die Möglichkeit haben, in Ruhe zu hacken und über den Alltag hinaus zu diskutieren und neue Ideen zu entwickeln - und nicht zuletzt uns zu überlegen, wie wir die "Linux-World-Domination" vorantreiben.

Hier ein kleiner Eindruck über die Themen, die während der Zeit angefasst wurden:

  • Die Veröffentlichung von RAUC v1.1, über die bereits berichtet wurde.
  • Einer unserer Kollegen hat barebox für Arch Linux ARM paketiert,
  • einige andere Kollegen haben an Debug-Optionen mit OpenOCD gearbeitet,
  • unser Grafikteam hat eine Testsuite für ihre Zwecke und Fälle zu entwickeln begonnen,
  • und die Barebox Entwickler haben eine Möglichkeit ersonnen, das Aufsetzen einer neuen Maschine mit Firmware um einiges zu vereinfachen.

Aber dies soll nur ein kleiner Vorgeschmack auf weitere Informationen und "tolle neue Features" sein...

Darf es noch etwas Kuchen sein?

Neben der Entwicklung neuer Technologien und Zeit, an spannenden Projekten zu hacken, ist die Technologiewoche auch immer eine gute Möglichkeit, die Kollegen kennenzulernen. Natürlich soll auch der Spaß nicht zu kurz kommen. Eine Gelegenheit dafür bietet die traditionelle Exkursion.

Amateurfunkpeilen "Fuchsjagd"

In diesem Jahr haben wir uns in der Spaß-Variante vom Amateurfunkpeilen versucht. Bei dem Amateurfunkpeilen, das auch als "Fuchsjagd" bezeichnet wird, geht es darum, mittels eines Peilers einen Transmitter zu finden.

Sender mit Regenschutz. Die Antenne ist nicht Teil des Bildes, ragt aber etwa 5 Meter in die Höhe.

Nach dem Mittagessen brachen zwei Amateurfunker auf, um zwei Sender mit Rundstrahlenantennen in der Gegend zu verstecken.

Die Sender arbeiten im 3.1MHz-Band und senden den Morsecode "-- ---" ("MO"). Da es für die meisten Kollegen eine neue Erfahrung war, haben wir die Spaß-Variante gewählt, in der die Transmitter ihr Rufzeichen dauerhaft auf unterschiedlichen Frequenzen gesendet haben. In der sportlichen Variante der Fuchsjagd senden die Transmitter ihr Rufzeichen nur alle paar Minuten; dafür aber auf derselben Frequenz.

Nach einer kurzen Einführung in die Funktionsweise und die bevorstehende Aufgabe wurden sechs Gruppen ausgelost, die mit einem Peiler ausgerüstet auf die Jagd gehen durften.

Die Peiler sind tragbare Empfänger, die sowohl über die elektrische als auch die magnetische Komponente des Feldes Signale empfangen. Durch Beobachtung der Lautstärke des Signals kann die Richtung, aus der dieses kommt, ermittelt werden.

Damit die ganze Gruppe in der Lage war, den Morsecode zu hören, wurden anstelle der üblichen Kopfhörer kleine Lautsprecher an die Peiler angeschlossen.

Königsberg-Sanatorium

Der erste Sender wurde in der Nähe eines leicht zu erreichenden Parkplatzes platziert und war zum Warmwerden gedacht. Der zweite hingegen führte zu einem "Lost Place", dem Königsberg Sanatorium, das vor einigen Jahren niedergebrannt ist. Der Weg bot uns zudem einen tollen Blick auf die nahegelegene Granetalsperre.

Infrastruktur Review

Unser "Arbeitsraum"

Es erfordert besondere Maßnahmen, 28 Hacker auch unterwegs arbeitsfähig und glücklich zu machen. Dies beinhaltet vor allem eine ausreichend bandbreitenstarke Internetverbindung. Für die Embedded-Entwicklung sind darüber hinaus lokale TFTP- und NFS-Server notwendig. Das bedeutet, dass wir alles in allem weit über 100 IP-Adressen, viele Ethernet-Ports und WiFi-Konnektivität benötigen.

Für die Bereitstellung der Infrastruktur hatten wir Unterstützung durch die Freifunk-Initiative aus Braunschweig. Praktischerweise gibt es personelle Überschneidungen, so dass uns die Kollegen dieses Jahr mit einem dreifach-redundanten Uplink ins Internet versorgt haben und gleichzeitig eine gute Gelegenheit hatten, ihr Equipment und die dazugehörige Software unter extremen Bedingungen zu testen.

Ein zufälliger Switch vom Freifunk Braunschweig.

Der redundante Uplink besteht aus drei einzelnen Wireguard-Tunneln, die auf einem externen Server enden. Mittels OSPF wird der tatsächliche Verkehr ins Internet geleitet, so dass ein Plug-and-Play neuer Uplinks problemlos möglich ist.

Für die Verbindung haben wir zwei LTE-Uplinks (von unterschiedlichen Providern) und die DSL-Anbindung des Tagungshauses genutzt. Bereits nach einigen Stunden haben wir uns entschieden, den DSL-Uplink wieder zu kappen: 6000 kBit/s DSL sind heute einfach nicht mehr ausreichend.

Insgesamt haben wir während der Woche 170 GB Daten durch das LTE geschoben. Dabei sollte man bedenken, dass der Standard-Mobilfunkvertrag deutscher Telekommunikationsunternehmen weniger als 10 GB Datenvolumen pro Monat zur Verfügung stellt.